Malawi 2019-11 Mein 11. Bericht und ENDE

12.07.19 - Holger Keppel

 

Malawi 2019-11

Mein 11. Bericht

11. Bericht 18.6.2019 – 20.6.2019

Ich sitze gerade in meiner neuen Behausung, siehe Bild, richtig nettes Zeltdach passend zum Abschied von Malawi.

Aus der im letzten Bericht angekündigten Rückfahrt am See entlang wurde leider nichts : ACH, MALAWI Warum ??

Die Abfahrt sollte um 8.30 Uhr ( deutsche Uhrzeit ) erfolgen, aber der Bus kam nicht und lies 90 Minuten auf sich warten, angeblich musste erst noch Geld für das Benzin an der Uni, bzw. eine Tankkarte besorgt werden, was man ja auch am Vortag schon hätte erledigen können, ohne meine Whatsapp-Nachfrage bei Mutafu Manda hätte uns keiner auch noch irgendwie Bescheid gegeben.

Und dann ging es dann so gegen 11.30 Uhr endlich los, zuerst an die Uni wg. dieser Benzinkarte, dazwischen noch Halt wegen dem Kauf von Gurten zum Festbinden des Gepäcks um das Mittagessen hatte sich – genau wie im letzten Jahr – auch keiner der hiesigen Lecturers gekümmert, zumindest nicht der Verantwortliche LL, der war dann nur wg. unserer Kritik beleidigt ;-)

Dann ging es zur Tankstelle, so nebenbei wurden dann dort noch Bananen gekauft, einen halben Tag verplempert, oder positiv formuliert wieder einmal weitere Erfahrungen, über dem Umfang mit der Zeit, Projektvorbereitung und Umsetzung hier in Malawi gesammelt.

Weltmeister im Organisieren sind die nicht, während der ganzen Arbeitsphase haben die es nicht geschafft uns eine topographische Karte und auch eine Katasterkarte – wichtige Planungsgrundlagen für planende Studenten zur Verfügung zu stellen, unglaublich. Beim Empfang im Civil Council ( Rathaus ) gab es eine interessante Powerpointpräsentation der örtlichen Chefsplaners, ohne Beamer mehrfach ausgedruckt und fotokopiert und der Chefplaner der Stadt referiert – sehr interessant – über die hiesige Stadtplanung, aber kein einziger Plan hing an der Wand, dafür wie überall hier der Staatpräsident .

Weltmeister, sind sie hier eher bei der Datenerfassung und umfangreicher Haushaltsbefragungen als Planungsgrundlagen, nur was wird damit gemacht, bzw. umgesetzt ? NIX !!! Die sog. „ implimentation „ ist das große Problem Malawis, aber die Hoffnung stirbt zuletzt, insofern ist es immer wieder erstaunlich und erfreulich wie gut unsere Vereinsprojekte mit den beiden NGOs hier umgesetzt werden können 

So gegen 12.00 Uhr haben wir dann Mzuzu endlich verlassen und haben die Route über die M1 genommen. Nach drei Stunden konnten wir dann in Kasungo zu Mittagessen und rechtzeitig zur Dunkelheit- und nach weiteren drei Stunden sind wir dann vorbei an wunderschönen Landschaften (siehe die Fotos ) hier im Camp in der Hauptstadt Lilongwe angekommen.

Zum Abendessen sind dann noch Renata und Peter Schramm hinzugestoßen mit guten Gespräche zum Ausklang des Abends, Wein gab es aber hier leider keinen, also dann wohl zum letzten Mal wieder GREEN BEER

Am letzten Tag dann, also gestern, hatte ich einen Termin in der Deutschen Botschaft organisiert, auf die Frage unseres „ Chef de mission“ Prof. Gaß, wie lange dies dauert, meinte ich: Der Botschafter sprich 30 Minuten und dann sagst Du ein paar Dankeswort….. es wurden dann über zwei Stunden daraus, zwei sehr interessante Stunden mit vielen zusätzlichen Informationen für unsere Studenten, die auch viele Fragen stellten.

Ich kannte dies zwar alles schon, aber die Situation eines der ärmsten Länder der Welt wurde hier nochmals sehr deutlich vor Augen geführt und- auch mir – bewusst gemacht.

Der Staatshaushalt von Malawi beträgt 1,5 Mrd €, soviel wie z.B. die städtischen Haushalte von Bonn oder Nürnberg !

40% davon wird von der internationalen Staatengemeinschaft übernommen und vom malawischen Eigenanteil müssen dann noch 50% für den Schuldendienst aufgebracht werden. Die Elekritifizierungsrate liegt landesweit bei 4 %, die Geburtenrate ist zurückgegangen von 5.4 auf 4,4 . Rd. 85 % der Bevölkerunglebt auf dem Land.

Der Botschafter sprach von einer „ biblisch anmutenden Substistenzwirtschaft“ Auch die von mir schon ausgeführte fehlende „implimentation“ sowie die fehlende „ accountability“ wurde angesprochen, ebenso das Wahlergebnis, mehrmals mit dem Hinweis, dass seine Ausführungen „ nicht zitierfähig „ seien 

Aber Malawi sei „ja eigentlich ein Paradies, nur nicht zur richtigen Zeit und nicht in der ausreichenden Menge ( frei zitiert ).

Insofern wird deutlich, dass wir mit unserem neuen Frauen – und Familienförderprogramm, siehe den Bericht über das Ergebnis unseres Workshops auf dem richtigen Weg sind über Weiterbildung in Ernährungs- und landwirtschaftliche Projektunterstützung auf dem richtigen Weg sind.

Am Vortag habe ich – auf den letzten Drücker – die schriftliche Zusammenfassung und das MOU von unserer NGO URAC erhalten.

Tja und dann musste Abschied genommen werden vom „ Warmen Herzen Afrikas „ um 15. 30 startet der Flieger mit Zwischenaufenthalt in Addis und landete pünktlich gegen 5.30 Uhr in Frankfurt.

Im Flieger hatte ich zwei freie Plätze neben mir und konnte mich hinlegen und bin tatsächlich eingeschlafen und plötzlich höre ich ein Stimme über mir, wie im Traum , Sir do you want chicken or fish , ich hörte mich sagen Coffee , schlaftrunken dachte ich morgens um 3.00 ans Frühstück habe dann den Coffee dreimal wiederholt, wollte sie aber nicht verstehen : Sir we have lunch now, chicken or fish also denn……….:-)

Und in Frankfurt war dann alles „perfekt“ organisiert, sprich die Ankunftszeiten der Flieger mit den Einsatzzeiten des Personals „koordiniert „, d.h. unserem Flieger mit rd. 350 Passagieren stand gerade eine Person zur Ausweiskontrolle zur Verfügung, freundlicherweise gab es aber eine ein Anzeige über die Wartezeiten, die ständig fortgeschrieben wurde 10, 20, 30 Minuten und auf den langen Wegen und Rollentreppen mit je 23 kg Gepäck in jeder Hand und 7 kg auf dem Rücken ( davon rd. 50% Kaffee ) , dachte ich mit Freude an meinen Krankengymnastiktermin am kommenden Dienstag und dann dachte ich so vor mich hin, dass ich eigentlich noch einen Transportzuschlag für den Kaffee verlangen sollte, natürlich für unseren Verein 

Über Stuttgart ging es dann zu meiner Gattin bzw. zu deren Schwester und dort gab es erst einen Kaffee mit Brezeln und dort gab es keine Wahl zwischen Chicken and rice, or rice and beef, or chicken with Mzima, oder alles umgekehrt, sondern Linsen, Saiten, Spätzle und ein deutsches Bier, was will ma(N) noch mehr.

Fazit : Insgesamt war es zwar ein bissle anstrengend und für Afrika viel zu kalt, aber erfolgreich, unsere Projekte laufen und neue können starten ( wenn Sie eifrig spenden, sorry, das musste jetzt natürlich sein  der zweite Teil mit den Studenten war auch sehr interessant, weiterführend und atmosphärisch mit den Hochschulkollegen und auch den Studenten; besonders erfreulich fand ich das spontane und anhaltende gute Miteinander zwischen den malawischen und den deutschen Student*innen 

Ende für 2019 