Malawi 2019-8 Mein 8. Bericht

11.07.19 - Holger Keppel

 

Malawi 2019-8

Mein 8. Bericht

Heute Abend ( Dienstag ) war ich ein bissle enttäuscht über die neue Unterkunft im Macondo Camp, Toilette und Dusche auf dem Flur, kein Tisch, kein Stuhl im Zimmer usw.

Wir mussten umziehen und in ein paar Tagen wieder, d.h. weiterhin aus dem Koffer leben…………

Warum, die hiesigen Uni-Kollegen dies einfach nicht gebacken bekommen ist unverständlich, obwohl dieser Termin seit Monaten feststeht und Prof.Gaß unzählige Mail wg. accomodation verschickt hatte,, waren sie nicht in der Lage ein Quartier für die Prof‘s zu finden, wir mussten Vorschläge machen, u.a. das Macondo Camp, gehört einem italienischen netten Ehepaar, sehr schöne Athmosphäre ( im Restaurant und in Außenbereich), dies war aber schon ausgebucht und die reichen dann Gäste an die Moni Lodge weiter, sehr schön da, Quantensprung nach Chilumba, allerdings nur für zwei Nächte und danach soll es zurück zu gehen- weil schon wieder ausgebucht-zurück zur Moni Lodge gehen ( würde mir gerade sehr gefallen) und nach zwei Nächten dort wieder zurück hierher zur Macondo Lodge, können Sie mir folgen ??? 

Aber eigentlich geht dies ja dann noch, wenn man die Unterbringung der Student*innen betrachtet, alle 12 ( 4 Mädels, 8 Jungs ) waren gemeinsam in einem Gästehaus auf dem Campus untergebracht, mit einem Klo und einer Dusche , ohne Duschkopf, das war kein guter Start, „ social schock“ kommentierte und entschuldigte dies der Deputy Vice Chancellor der Uni, beim seinem Empfang und unserer Beschwerde…..

Als die Studies dann am ersten Abend zurückkamen fanden sie dann im einzigen Klo auch noch eine Ratte, das dürfte ein bleibende Erlebnis werden ;-)

Und am Morgen gab es kein Frühstück, weil die Mensa geschlossen war !!

Ein Teil der Student*innen sind jetzt in unserer ehemaligen Moni Lodge untergebracht und einige Jungs in einer anderen und alle sind jetzt HAPPY  Also, geht doch !

Und mir geht es jetzt auch wieder etwas besser, der Chef hat mir zwischenzeitlich einen Tisch und einen Stuhl für mein Zimmer , sehr schnell, nach Beschwerde , besorgt. Und jetzt bin ich fast Happy  und kann schreiben 

Die Fahrt von Chilumba nach Mzuzu war gut knapp drei Stunden, erster Besuch an der Uni, keine Studenten waren da, ich hatte eine fehlerhafte Info mit falschen Terminen, die Studies sind erst am 10.6. angekommen.

Somit hatte ich noch einen SES-Tag mit unserer NGO PDO, mit Kinnear und seinem Mitarbeiter zu den laufenden und künftigen Projekten und immer noch ausstehende Abrechnungen, somit wurde für diese Woche ein weiterer Termin anberaumt.

Vom Dt. Botschafter hatte ich erfahren, dass es gerade in Mzuzu einen SES-Experten geben soll, der sich um „waste-management“ kümmert, von der SES erfährt man ja solche interessanten und wichtigen Informationen nicht ;) Vermutlich wegen der EU-Datenschutzverordnung ……Daraufhin hatte ich Kinnear ( = auch SES Betreuer für Nord Malawi) angesprochen und so kam ein Tag später ein sehr interessanter Kontakt mit dem Kollegen, Peter M. Jahrgang 1938 !! parallel zu unserem Abendessen bei Bernhard zustande 

Der beschäftigt sich mit waste-management ganz wichtig hier….. und ausgerechnet in dem Informal Settlement Solo- Solo West, in dem unser studentisches Projekt stattfindet !!!(siehe Fotos hierzu im Anhang ).

Am Dienstag waren wir dann in unserem Plangebiet um dort einen ersten – für die Student*innen – Eindruck zu gewinnen, am Mittwoch dann nochmals in Verbindung mit einem Meeting mit der Chairwoman und anderen Mitglieder des örtlichen Community Commitees und dem Blockleader ( Vertreter der Verwaltung für dieses Gebiet), dies fand in einer Kirche ( Scheune) statt am anderen Ende des Raumes waren ein Kindergarten mit rd. 30 kleinen Kindern.

Die Chairwoman und der Blockleader berichteten über die Probleme die sie so haben, Abendessen gab es dann in der Moni Lodge und die Studies die am Nachmittag in dt- malawische Gruppen eingeteilt wurden durften nebenher noch arbeiten und die jeweils fünf wichtigsten Problempunkte, die sie bisher feststellen konnten aufschreiben, die Studies waren sehr fleißig und engagiert. Überhaupt klappt es sehr gut zwischen den deutschen und malawischen Studenten, es geht sehr lustig zu und wird viel gelacht und auch Abends getanzt  Kurz vor der Dunkelheit waren wir alle dann noch auf einem der hiesigen Märkte, siehe Fotos.

Am Mittwoch erfolgte dann den ganzen Tag Gruppenarbeit mit Zwischenpräsentationen, ansonsten ist hier die Aft ( = african flexibel time ) angesagt, d.h. keine Veranstaltung fängt pünktlich an, eine Stunde Verspätung ist schon erstaunlich wenig , oder von unserer Seite gab es auch Verspätungen, so wollen die Studies im Shoprite einkaufen, oder der Busfahrer muss erst einmal tanken, oder die Truppe musste zum Imigrationoffice,wg. der Visa-Gebühren usw., zwischendurch waren wir dann auch bei der Unispitze ( Deputy Vice Chancellor ) eingeladen, irgendetwas kommt – immer wieder überraschend – dazwischen und dann ging es natürlich wieder ans Arbeiten, das erstaunlich konzentriert von statten geht, die Studenten sind gerade dabei Ziele und Lösungen für ZoloZolo-West zu entwickeln, am Donnerstagnachmittag findet dann die Schlusspräsentation statt. Am Mittwochabend – also heute Abend ging es dann wieder in Bernhards Restaurant, diese Mal gab es Spagetti, also dies war jetzt heute Abend, danach gab es noch eine sehr berührenden Film:#

„The boy, who harnessed the wind“, 2019 sehr berührend, die erste Stunde war nur traurig, Hungersnot, Dürre, kein Geld für die begonnene Ausbildung für den „Boy“ usw. aber der Junge hat dann ein Windkraftanlage gebaut um damit einen Brunnen zu betreiben um damit die Felder zu bewässern, das Happy End war dann schön  Übrigens eine wahre Geschichte aus der Gegend von Kasungu.

Zolo Zolo West ist eines der „informal Settlements“ in Mzuzu, der Teil West hat rd. 4200 Einwohner, das gesamte Gebiet 21.500 Einwohner, in der Stadt Mzuzu ( 222.000 EW), Wachstumsrate derzeit 5,4 ) leben rd. 60 der Menschen in solchen informal Settlements , mit viel „ Luck of urban services“, siehe Fotos. 58 % der Menschen in Solo Solo West sind unter 18 Jahre, 44% der Menschen hier verdienen mtl. weniger als 5000 KW ( 80 € ), 91 % haben eine ( unhygienische ) Pit Latrine, 44 % aller Häuser hier haben Schäden aus der Regenzeit.

Solche „informal Settlements“ könnte man auch als illegale Siedlungen, auch beinahe als „Slums“ bezeichnen, d.h. diese Siedlungen sind einfach so – über Jahrzehnte entstanden – planlos und ohne eine Genehmigung. Lediglich der örtliche Chief, als Vertreter der Ahnen, denen das Land – historisch- gehört hat dann Grundstücke je nach Gusto zugewiesen, in den Städten wird die Rolle der Chief zurückgedrängt und sog. Blockleader als Vertreter des City Councils installiert.

Heute Abend habe ich dann wieder den SES-Kollegen Peter M. bei Bernhard getroffen und unsere NGO von Kinnear, habe zum x-ten Mal bei seinem Buchhalter , Abrechnungen angemahnt.

Mtafu Manda hat zwischenzeitlich sowohl ein Proposal ( Konzept – Entwurf ) für die Umsetzung des Workshops vorgelegt ( Familien-und Frauenförderprojekt, Kosten voraussichtlich rd. 20.000 € ) und ebenso ein Papier für die Organisation des tertiären Bildungsprojektes.

Aber jetzt bin ich müde  Das Schwierigste ist jetzt noch die „richtigen „ Fotos für den Anhang auszuwählen.