Malawi 2018–3 Wochenende

8.05.18 - Holger Keppel

 

Malawi 2018-1

Malawi Report 2018 Nr. 3
Wochenende 5./ 6. Mai 2018

Am Samstag hatte uns Felix mitgenommen, um zwei staatliche Secondary Schulen zu besuchen. Wir wollten einmal einen Vergleich haben. Man könnte jetzt böswillig sagen, das war clever von ihm, um für seine Schule noch mehr herauszuholen, dem war aber objektiv nicht so, denn auf der Suche nach dem Headmaster der ersten Schule hatte sich herausgestellt: Das war eine sehr nette taffe Lady (im blauen Kleid).

Es gibt hier mehrere Kategorien von Schulen:
National, govermental, district, community, Missionschulen und Private.
Die erste Schule war eine Distriktschule, die zweite eine Community-Schule

Typ Schüler Lehrer Computer/th> Häuser Gebühren
District 380 11 15 10 19000
Community 110 9 0 3 15000
Tawuka 200 10 20 0 40000
Letzte Spalte sind die Schulgebühren, der erhebliche Unterschied liegt darin, dass in den beiden öffentlichen Schulen die Lehrergehälter vom Staat bezahlt werden, ebenso die bauliche Unterhaltung, Strom, etc., und es dort keine Schulverpflegung gibt.

Die Lehrergehälter an den staatlichen Schulen sind deutlich höher, die niedrigen Gehälter an der Tawukaschule sind ja wohl ein Problem, mit dem wir uns gerade beschäftigen.

In Tawuka werden alle Schüler mit einem Mittagessen versorgt, die Mädchen im Internat bekommen Frühstück und Abendessen.

In den beiden staatlichen Schulen müssen sich die Schüler selbst versorgen, für die Mädchen im Internat gibt es eine Kochmöglichkeit, in der Distriktschule sind 54 Mädchen im Internat und liegen dort ohne Bett auf Matratzen, in der Community School auf dem Boden, ohne Matratze!

Die auch in diesen Schulen nicht sehr guten MSCE-Abschlüsse (Abitur) wurden damit begründet, dass die Schüler sehr weite Wege hätten (6 – 10 km am Morgen) und schon müde in der Schule ankämen.

Vermutlich zur Freude von Felix hat der Schulleiter der Communtiy School neben der Bedeutung der Lehrerhäuser die Schulhalle herausgestellt, weil ohne Halle die Abschlußexamina alle an einer staatlichen Govermentschule abgehalten werden müssen und auch hier die Schüler mit allen Schulsachen sehr weite Wege gehen müssen. Agesehen davon ist eine solche Halle auch für das kulturelle Programm der Schule wichtig, „traditionel dancing“, Schulfeste, Turnen und Sport in der Regenzeit etc.

Und am Ende hatte dann der Schulleiter der Community School erwähnt, dass er auch etwas Deutsch an der Hochschule von einem deutschen Deutschlehrer gelernt hätte. Und was hat der ihm beigebracht?
Plötzlich fing er an zu singen: Wir haben Hunger, Hunger, Hunger … :-)
Also wirklich!

Jetzt hoffe ich, dass dies zumindest unseren über 20 Lehrkräften im Verein etwas gebracht hat.
Nichts gebracht hat unser Sonntagsausflug, wir sind mit dem Kleinwagen an der immer noch miserablen Auffahrt nach Livingstonia gescheitert.
Dann weiter nach Rumphi, dort haben wir einen deutschen SES’ler getroffen, und sind gleich wieder im Fachgespräch gelandet: War sehr nett, er war SAP-Vorruheständler und Vereinsvorsitzender eines Malawivereins in Heidelberg-Walldorf, ich hatte mich mit ihm verabredet.

Zum Abschluss und Sundowner haben wir dann noch das wunderschöne Camp am See besucht, in dem die Nürtinger Studenten in ca. 10 Tagen „campen“ werden.

Morgen ist dann Großkampftag, am Vormittag der Health Workshop mit ca. 20 Leuten, wg. der „Village Clinic“, und am Nachmittag die Übergabe der Brunnen mit allen sechs Chiefs.

Und für morgen Nachmittag hatte mich dann auch noch der Bischof Martin – über Felix – nach Karonga eingeladen. Und – zumindest – Felix hat nicht verstanden, dass die Brunnen-Einweihung wichtiger ist, dabei hatte ich meinerseits dem Bischof zwei Termine genannt.

Vergessen habe ich jetzt noch, dass wir nach den Schulbesuchen von Felix am Samstag zu seinem Geburtsort durch die Pampa an den See eingeladen wurden, ein unberührtes Paradies, aber unglaublich arme Hütten …

Jetzt blieb nur noch die Frage: Was ziehe ich Morgen an, die Rottenburg-Krawatte oder die Vereinskrawatte, das wird man/frau auch dann auf den Fotos sehen: Habe einen prima Kompromiss gefunden!