Malawi 2017–2 6.5.2017 – (….9.5.2017)

8.05.17 - Holger Keppel

 

Malawi 2017-2

6.5.2017 – ( ….9.5.2017 )

Am nächsten Morgen, bekam ich dann im dritten Anlauf auch noch Frühstück: Kaffee, 9 Pommes, drei lätschige Toastbrote und ein hartgekochtes Ei, ohne Becher.

Dann habe ich bezahlt: 10.000 Kwacha, da war die Dame etwas irritiert, das Zimmer würde aber 12.000 KW kosten ich meinte 10.000 are enough, sie hat alles fertig gemacht aber dann doch ihren Chef angerufen, dem habe ich das gleiche gesagt, dann war dieses Kapitel abgehakt.

Es ist richtig schade wie viele Lodges hier so heruntergewirtschaftet sind und nichts daran geändert wird, manches wäre selbst mit wenigen Mitteln möglich, Peter meinte dazu : „Die Malawier sind sehr gut im Aushalten, nur es passiert halt dann nichts..“

Der Chef der landesweiten Stromversorgung wurde unlängst in einem Interview kritisiert, dass er in der Vergangenheit den Ausbau der Stromversorgung versäumt hätte und keine Lösungen hätte, die Presse ist hier in Malawi ganz frei und sehr kritisch und offen !

Seine Antwort war, wir haben doch Lösungen, indem wird tage- und quartiersweise den Strom abstellen !!! Für mich neu war dieses Mal, dass dies jetzt auch bei der Wasserversorgung so einfach unangemeldet erfolgt !

Peter hat mich dann wunschgemäß ins Korean Garden gebracht, die hatten aber nur noch ein Doppelzimmer frei, war mit 48000KW auch nicht gerade billig, aber richtig schön, hier waren wir vor einem Jahr schon einmal – privat – gewesen, es war alles da, nur ein Bett zu viel, da hätte noch jemand dazu kommen können, aber die Regeln der SES sind sehr streng : No driving, no drinking, no dating, insbesondere das letztere habe ich nie verstanden, schließlich habe ich hier dauernd irgendwelche „dates“.

Den Tag dann in angenehmer Atmosphäre bei Schramms verbracht über Tawuka-Probleme diskutiert und vor allem den Klimaworkshop weiter vorbereitet mit vielen guten formalen und fachlichen – insbesondere mit malawischem Hintergrund-Hinweisen von Renata.

Am nächsten Tag ging es dann gegen Mittag, nach verschiedenen Einkäufen, u.a. in einem chinesischen Baumarkt, in den Norden, mit einer kurzen Pause in Kasunga, die Straße M1, war in Teilen durch die zurückliegende Regenzeit stark beschädigt, eine wichtige Brücke war vor wenigen Wochen total weggeschwemmt worden und wurde durch eine Provisorium ersetzt. In den Höhenlagen 1600 bis 1900 m macht der Wald, bzw. das was davon übrig geblieben ist nach wie vor einen äußerst traurigen Eindruck. Nach knapp sechs Stunden haben wir dann Mzuzu erreicht und nach einer kurzen Pause in Bernhards SOUL KITCHEN ging es dann gerade noch bei Tageslicht an die Uni, der Guesthousemanager ( mit Krawatte ) hat uns begrüßt : „You are now in my hands..“ meinte er und wollte gleich abkassieren für zwei Tage, weil er noch „ Dinge“ einkaufen müsste, der erbetene Betrag von 10.000KW hat mich leicht irritiert.

Von Maurice M. wusste ich dass das normale Guesthouse pro Nacht 5000 KW kostet und Maurice hatte mir angeraten auf das Main Guesthouse zu bestehen und nachdem Mr. Mtafu Manda hierfür bei der SES einen Betrag von 8000 KW ( 10 € ) angemeldet hatte war dies etwas irritierend, jetzt 10.000KW, aber es handelte sich bereits um zwei Nächte je 5000 KW, also 6,25 € pro Nacht !!!

Später hat er mir dann noch erzählt, dass er sieben Kinder habe : You known, we Malawian like big families not small

Naja ein Hit ist es nicht gerade, wie üblich halt, Steckdose hängt heraus, das Moskitonetz ist gleich beim ersten Aufdröseln heruntergekracht, nach der Anzahl der Löcher ist das schon mindestens 13 x passiert. Und wieder das Schloss- und Schlüssel Problem. Ein Nachteil ist auch, dass der Uni-Campus weit draußen liegt und man immer einen Fahrer braucht um in die Stadt zu kommen, z.B. zum Abendessen und am Wochenende, da ist die Mensa geschlossen, aber was soll’s, wer will denn da meckern, das Zimmer ist groß und vor allem der Tisch ist riesig, da kann man gut arbeiten. Die SES hatte mir angeboten, wenn mir das Zimmer nicht gefallen würde dürfte ich gerne umziehen, das fand ich doch großzügig, wird aber wohl nicht nötig sein, bin ja auch nicht auf Wellnesstour hier.

Das Guesthouse hat drei Zimmer, ein weiteres ist noch belegt, habe den jungen Mitbewohner , ein Lecturer heute kennengelernt, er hat einen Freund in Deutschland, der heißt Maurice !!! Er hat mir auch ein Bild auf whatsapp gezeigt, nur da war nur eine junge Frau mit einem kleinen Jungen als Bild zu sehen, dann ging ich zu meinem Handy, das gleiche Bild : unser Maurice.

Die Küche ist riesig, aber dürftig ausgestattet, der offene Aufenthaltsraum hat eine üppige Sitzgarnitur, typisch für Malawi, den ganzen Tag läuft der Fernseher lohne dass einer zuschaut habe mir gestern erlaubt ihn auszuschalten, dito die Außenbeleuchtung bei der Stromknappheit hier ! und vor der Tür sitzt während der Nacht ein Wächter.

Die Gesamtanlage der Uni ist sehr schön im Grünen vom Guesthouse laufe ich ca. 10 Minuten im Grünen unter Bäumen zum Hauptbau mit Mensa.
Nachdem der erste Versuch das Moskiotonetz wieder anzubringen gescheitert war hat es dann zwei Tage gedauert bis Mr.Singini, der Housemanager ein zweiten Versuch startet, er war ganz stolz auf seine neue Drahtkonstruktion, nur gestern ist auch diese wieder heruntergekracht, irgendwi luschtig.

Und jetzt hatte ich richtig Lust auf den Nußbananenkuchen, den ich heute bei Bernhard in der SOUL KITCHEN gekauft habe, in der Küche habe ich dann nach acht leeren Schubladen in der vorletzten eine Gabel gefunden. Gestern und heute gab es bei mir hier zum Abendessen getrockneten „beef“ und „hamburger rolls“.

Zum Frühstück – die Mensa war geschlossen – hatte ich noch einen Nußkuchen, auch aus Bernhard Küche und den Rest Mineralwasser von gestern, zum Mittagessen gab‘s nix, habe zwei Stunden auf Bernhard gewartet bis es dann losging auf eine abenteuerliche Fahrt in die Berge zu seiner Kaffeefarm.

Aber für morgen früh bin ich vorbereitet, habe Kaffee gekauft, den ich dann mit Klopapier filtern werde, ja man muss sich halt zu helfen wissen

23.30 Uhr und Ende, mit Internet war heute außer über das Handy partiell auch nix.

Werde mich jetzt meinem Rottweiler Fasnetskrimi widmen, schon zwei Tote und noch keine Lösung in Sicht.

Nachtrag:

Seit gestern ( jetzt ist gerade Sonntagnachmittag) Nacht gibt es schon den dritten Toten alles Ausschussmitglieder der Narrenzunft, ich muss mich mit dem Buch beeilen, weil ich es Renata versprochen habe und ich zwei tolle Bücher von ihr über Malawi von einem deutschen Sozialwissenschafter bekommen habe, eines davon handelt von der Familie Mkandawire (so heißt unser Direktor Felix)

Am vergangenen Wochenende war in der Hauptstadt übrigens ein Antikorruptionskongress und da hat der Präsident behauptet, das gäbe es in Malawi überhaupt nicht, das würde immer nur die Presse behaupten. Ich kann jetzt auch mitreden, am Flughafen hat mich die Gepäckkontrolle passieren lassen und dann kam ein Polizist mit Schlagstock auf mich zu : Aufmachen, na denn und da hat er gleich die blauen und orangefarbenen Kugelschreiber der VOBA (über Stifte-Stifte) entdeckt, oh very nice meinte er, AUFMACHEN also habe ich die Tüte aufgemacht, very wonderful, meinte er weiter can I have one or two, da habe ich erst einmal geschluckt und dachte bevor der noch den Käse, den ich für die Freiwilligen im Gepäck oder die Unterputzsteckdosen für Bernhard entdeckt und daran Gefallen finden könnte, bzw. den anderen Koffer der voll mit Schulmaterial war, bekommt er halt die Kulis, reingegriffen und vier herausgeholt: Koffer zumachen, thank you, und dann hat er doch tatsächlich seinem Kollegen zwei Kulis abgegeben.

By the way so richtig afrikatauglich sind diese Kulis ja nicht, bei diesen englischen Steckdosen muss man im oberen Loch immer mit einem spitzen Gegenstand z.B. einem Kuli ein kleinen Hacken reindrücken, damit der Stecker überhaupt hineingeht, da habe ich doch schon vier Kulis geschrottet.

Und jetzt schauen wir einmal, ob sich was i.S. Internet tut ???

Nein NIX geht, so kann ich ja noch etwas anfügen : z.B. das Macron die Wahl gewonnen hat freute mich doch saumäßig, da habe ich mir doch gleich ein Mon Chèri gegönnt. Eigentlich nicht ganz korrekt, denn meine liebe Gattin hatte mir doch genau abgezählt für jeden Tag ein Mon Chèri ( also eines, sprich nur eines, Schwäbin halt) in den Koffer gepackt, damit ich jeden Tag an sie denke. Heute habe ich schon dreimal, plus Macron an sie gedacht, jetzt ist sie selber schuld wenn, das in der letzten Woche hier nicht mehr geht, ja wohl .-)

Morgen früh ist wieder VHS-Englisch-Kurs, ich bin immer der Letzte, 8.45 Uhr ist ja auch saumäßig früh, zumindest für mich, wenn meine GIRLS dort wüssten, dass ich hier schon um 7.00 Uhr aufstehe, würden die staunen, ist auch völlig sinnlos, gehe dann gegen 8.30 Uhr ins Office aber alles verschlossen dann in die Mensa, da bin ich dann der Erste, aber außer Bohnen gibt’s ja nicht viel, zum Glück habe ich ja noch meine Mon Chèri.